Bürgerbrief – 24.09.2021
24. September 2021

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den letzten Wochen und Monaten waren wir wieder von relativ großen Baumaßnahmen betroffen und wichtige Straßen über Wochen voll gesperrt. Zunächst die B269 zwischen Alsweiler und Winterbach und nun die L133 zwischen Marpingen und Berschweiler. Beide Baumaßnahmen wurden nicht im angekündigten Zeitrahmen fertig und die Sperrungen wurden, beziehungsweise werden im Fall der L133, um eine Woche verlängert. Das ärgert mich persönlich sehr, denn beide Straßen sind wichtig für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde. Was mich aber auch ärgert, ist, dass für die Sperrungen, die gewählten Umleitungen und die Verspätungen immer wieder unsere Gemeindeverwaltung verantwortlich gemacht wird. Beide Baumaßnahmen liegen nicht in der Verantwortung der Gemeinde. Wir sind in diesen Fällen nur diejenigen, die darüber unsere Bürgerinnen und Bürger umfassend informieren.

Wer gute Straßen und funktionierende Infrastruktur will, muss Baustellen in Kauf nehmen

Nehmen wir als Beispiel die aktuelle Baumaßnahme an der L133 zwischen Berschweiler und Marpingen, die nun leider bis zum 8. Oktober verlängert wurde. Dort saniert der Entsorgungsverband Saar (EVS), der auch für das saarländische Hauptkanalnetzwerk zuständig ist, ein defektes Regenüberlaufbecken für 2 Millionen Euro und engagiert dafür eine Baufirma. Eine sinnvolle Maßnahme, denn dieser Regenüberlauf im Alsbachtal verhindert bei Starkregen, dass das Marpinger Kanalnetz überlastet wird und überläuft. Dieser nun reparierte Regenüberlauf muss nun wieder ans Kanalnetz, das unter der L133 verläuft, angeschlossen werden. Straßenbaulastträger und zuständig für die Landstraße L133 ist der saarländische Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). EVS und LfS klären nun untereinander ab, wann und wie gebaut wird. Die Gemeinde selbst darf nicht mitentscheiden, wird aber angehört, ob etwas gegen die Baupläne spricht. Das ist auch in diesem Fall so geschehen. Die ursprünglichen Pläne sahen eine Vollsperrung der L133 für bis zu 10 Monate vor. Dagegen haben wir unser Veto eingelegt und um eine entsprechende Überarbeitung gebeten. Der EVS war daraufhin sogar bereit ein teureres und kompliziertes Verfahren beim Bau des Regenüberlaufbeckens einzusetzen, um die Zeit der Sperrung kurz zu halten.

Kritisiert wird auch immer wieder die Umleitung über Tholey und Dirmingen. Warum werden die Feldwege nicht für Autofahrer freigegeben? Die einfache Antwort: Weil diese nicht für die Mengen an Verkehr ausgelegt sind, der täglich über die L133 führt. Nicht für Begegnungsverkehr und vor allem nicht für LKW, die die Strecke nutzen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit dadurch zu Problemen. Zuletzt wurde 2019 so die Brücke über den Frankenbach am Feldweg zwischen Berschweiler und Dirmingen beschädigt und unbrauchbar.

Oft werde ich auch gefragt, warum bei solchen Maßnahmen wie an der B269 und der L133 die ganze Straße gesperrt werden muss. Würden nicht auch eine halbseitige Sperrung und zwei Ampeln ausreichen, um zu bauen? Das ist nicht (mehr) möglich. Sowohl die Baufirmen als auch der LfS haben klare Arbeitsschutzrichtlinien zum Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter an den Straßen. Unter einer gewissen Straßenbreite sind deshalb keine Bauarbeiten unter halbseitiger Sperrung möglich – zum Schutz der Menschen, die diese schweren Arbeiten durchführen.

Ja, es ist ärgerlich, wenn man als Autofahrer längere Wege in Kauf nehmen muss. Es ist auch ärgerlich, wenn Baufirmen sich nicht an Terminvereinbarungen halten. Aber auch als Autofahrer sollte man im Hinterkopf behalten, dass niemand, weder der LfS, noch der EVS noch die Gemeinde Marpingen Bauprojekte startet, um absichtlich Autofahrer zu ärgern. Gebaut wird, um wichtige Infrastruktur zu erhalten, Straßen in Schuss zu halten oder auch, wie in diesem Fall, Dörfer vor Starkregen zu schützen! Das alles wollen wir als Bürgerinnen und Bürger nutzen und davon profitieren. Dann müssen wir aber auch mit den Konsequenzen – Baustellen und Straßensperrungen – leben. Auch in den kommenden Jahren, denn es stehen große Baumaßnahmen und erneute Straßensperrungen an. So saniert der LfS zum Beispiel im kommenden Jahr die Landstraße zwischen dem Marpinger Ortsausgang und dem Kreisel in Alsweiler – auch der Kreisel soll gegebenenfalls umgeplant werden. Die Gemeinde nutzt die Gelegenheit, um zeitgleich den in die Jahre gekommenen Kanal in der Marpinger Straße zu erneuern. Auch dann wird die Straße über mehrere Monate vollgesperrt werden müssen.

Parkkontrollen auf dem Kirmesplatz angekündigt

In den kommenden Monaten wird es verstärkt Parkkontrollen auf dem Marpinger Kirmesplatz geben. Immer wieder wird die Gemeindeverwaltung von den Gewerbetreibenden am Platz, zum Beispiel vom hiesigen Edeka-Markt, der Sparkasse oder der Post, gebeten, hier strenger zu kontrollieren, weil die Parkplätze von Dauerparkern belegt sind. Dort darf man für 2 Stunden und mit Parkscheibe kostenlos parken. Wenn Sie also am Kirmesplatz einkaufen, legen Sie bitte eine Parkscheibe aus. Für Dauerparker stehen am Parkplatz in der Marienstraße (neben Eiscafé) und am Parkplatz am Hellasheim kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Sowohl dem Team meiner Verwaltung als auch mir ist die angespannte Verkehrs- und Parkplatzsituation in der Marpinger Ortsmitte bewusst. Wir empfehlen deshalb dem Gemeinderat ein Gutachten für den fließenden und ruhenden Verkehr in Auftrag zu geben und wollen so nach nach Lösungen suchen, wie wir die Situation entspannen können. Nur eins ist klar: Wir werden dadurch nicht die Zahl der Autos reduzieren. Jährlich strömen immer mehr Autos in unsere Straßen, sodass bald die Infrastruktur an ihre Grenzen gerät und es zu Problemen kommt. Hier kann jeder auch selbst einen kleinen Beitrag zur Verbesserung leisten. Nehmen sie beim Parken Rücksicht aufeinander, parken Sie nicht in Parkverbotszonen, und wenn das Parken vor der eigenen Haustür ohne Behinderung des Verkehrs nicht möglich ist, parken Sie um die Ecke und gehen Sie die paar Meter zu Fuß.

Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Medaille (v.l.): Bürgermeister Volker Weber, Landrat Udo Recktenwald, Bernd Müller, Ortsvorsteher German Eckert

Bernd Müller mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet – Herzlichen Glückwunsch!

Bernd Müller und ich können gut und auch mal hart über politische Themen streiten. Da sind wir uns nicht immer einig. Unbestritten ist Bernd Müller aber ein langjährig sehr engagierter Kommunalpolitiker, der immer und mit ganzem Herzen für die Interessen seiner Heimatgemeinde und deren Bürgerinnen und Bürger eintritt. Um dieses große Engagement zu würdigen, habe ich Bernd auch für den kommunalen Ehrenpreis des Landes, die Freiherr-von-Stein-Medaille, vorgeschlagen.  Vor einigen Wochen wurde Bernd nun dieser Preis von Landrat Udo Recktenwald in Vertretung des Innenministers und im Beisein des Ortsvorstehers German Eckert übergeben. Ich möchte Bernd Müller zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung herzlich gratulieren und danke ihm für sein langes Engagement als Kommunalpolitiker in unserer Gemeinde. Kommunalpolitik ist meist Ehrenamt und nur mit viel Aufwand zu betreiben. Es ist die Ebene, die Politik für die Menschen am ehesten erfahrbar macht, weil sie quasi vor der Haustüre passiert. Wir brauchen engagierte Menschen, die unsere Dörfer und Gemeinden mitgestalten. Mit Bernd habe ich die vielen Jahre meiner kommunalpolitischen Arbeit im Gemeinderat, aber auch später als Bürgermeister, gut und eng zusammengearbeitet. Dafür gilt ihm mein Dank.

 

Volker Weber
Bürgermeister