Bürgerbrief – Das Jahr macht Halbzeit

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein schwieriges erstes Halbjahr liegt hinter uns. Es sind für uns alle sehr anstrengende und stressige Monate gewesen. Das Corona-Virus hat im März alle unsere Ressourcen auf einen Schlag vereinnahmt. Diese herausfordernde Zeit geht nicht spurlos an uns vorüber. Prioritäten mussten verschoben werden. Manche Projekte in unserer Gemeinde, die geplant und umgesetzt werden sollten, mussten zurückgestellt oder verschoben werden. Darum bitte ich um Verständnis, dass vielleicht Dinge nicht erledigt wurden, die sonst schon längst erledigt wären.

Herrscht schon Normalität? Ich finde nicht. Viele Lockerungen sind zwar mittlerweile eingetreten, weil man auch mehr über das Virus und dessen Verbreitung weiß und die Infektionszahlen es zulassen, dennoch sind viele gewohnte und liebgewordene Dinge immer noch nicht möglich. So finden aktuell keine Kultur- oder Sportveranstaltungen statt, wie wir sie kannten. Mir persönlich fehlen die ganzen Veranstaltungen und Feste, bei denen man gemeinsam zusammenkommt und gemeinsam sproocht, lacht und auch manchmal diskutiert. Für einen Bürgermeister ist es ungewohnt, fast ausschließlich im Rathaus zu sitzen und keine Repräsentationstermine oder Veranstaltungen zu besuchen.

Dennoch ist eins klar: Gesundheit ist das höchste Gut, welches wir besitzen, weshalb wir uns derzeit noch disziplinieren müssen, damit wir weiterhin so gut durch die immer noch bestehende Krise hindurchkommen. Das bedeutet auch, dass wir liebgewonnene Veranstaltungen in diesem Jahr nicht durchführen können.

Wir haben die Krise in unserer Gemeinde bisher hervorragend gemeistert. Ja, es war auch mitunter anstrengend für alle Beteiligten und manchmal lagen auch die Nerven blank, aber ich habe versucht, zusammen mit meinem Team im Rathaus allen Bürgerinnen und Bürgern in diesen schwierigen Zeiten Ansprechpartner, Ratgeber und Unterstützer zu sein. Auch in diesen Wochen gab es nicht immer für jedes Problem eine Lösung, aber wir haben immer versucht, gemeinsam Wege zu finden, die der Lösung des Problems am nächsten kommt.

Gerade auch im Bereich der Kinderbetreuung haben wir uns in der Gemeinde Marpingen sehr viel Mühe gegeben. Wir haben bis heute keine Kinder für die Notbetreuung ablehnen müssen und konnten somit allen Kindern einen Platz bieten. Das ist aber auch nur geglückt, weil die Eltern sehr verantwortungsbewusst mit den Plätzen der Notbetreuung umgegangen sind und immer zuerst die eigenen Betreuungsmöglichkeiten ausgeschöpft haben. Darüber hinaus haben wir sogar in der Krise versucht den Kindern – wenigstens für ein paar Wochen – ein noch schöneres Umfeld in der Nachmittagsbetreuung zu ermöglichen und sind so für einige Wochen an die Biberburg gezogen. Denn gerade für Familien, aber auch für die Kinder in der Gemeinde, ist diese Zeit bisher sehr fordernd gewesen. Wir werden deshalb zusammen mit dem Team der Betreuungseinrichtungen weiterhin alles versuchen, ihnen ein gutes Lern- und Betreuungsumfeld zu schaffen.

Ich sage ganz offen, dass diese Krise auch mich persönlich sehr gefordert hat und mein Akku jetzt zwingend aufgeladen werden muss. Die wegfallenden Repräsentationstermine haben nicht dazu geführt, dass wir weniger Arbeit hatten. Nicht selten haben mein Team und ich 16-18 Stunden Tage absolviert – und das teilweise auch am Wochenende.

So freue ich mich jetzt auf meinen Urlaub, der erste seit Oktober letzten Jahres. Ab Samstag werden mich dann die drei Beigeordneten bis Anfang August vertreten.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Sommerzeit – und halten Sie weiterhin durch, damit wir gemeinsam für die kommende Zeit gerüstet sind.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bürgermeister
Volker Weber