Bürgerbrief – Dorfentwicklung …. baulich und gemeinschaftlich

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

schon mehrmals habe ich auf die bedauerliche Problemlage hingewiesen, dass wir in unserer Gemeinde leider keine neuen Baugebiete mehr ausweisen können – auch sogenannte Abrundungen sind schwer zu realisieren. Begründet wird die Nicht-Genehmigung aufgrund der hohen Baulückenzahl in unserer Gemeinde. Rund 380 Baulücken gibt es in allen vier Ortsteilen zusammen. Das ist in der Tat eine sehr hohe Zahl, und auch wir als Verwaltung sind natürlich daran interessiert die Ortskerne zu beleben und dort die Baulücken oder Altbausubstanz zu beleben, aber so einfach ist eben dann Angebot und Nachfrage nicht zusammenzubringen.

Fast wöchentlich führe ich mit jungen Familien und Menschen unserer Gemeinde und auch von außerhalb Gespräche, die hier dauerhaft sesshaft werden wollen. Wir versuchen diejenigen immer so gut wie möglich bei der Suche zu unterstützen. Problem ist: Die Baugrundstücke sind fast gänzlich in der Hand von privaten Eigentümern, die diese Grundstücke für ihre Familie aufheben – und das oft über Jahrzehnte.

Ich kann verstehen, wenn viele Baugrundstücke in kommunaler Hand sind, dass diese erst vermarktet werden sollten, bevor man Neubaugebiete auf der grünen Wiese erschließt, aber zur Zeit hat die Gemeinde keine Eingriffsmöglichkeit. Sie kann, wie oben beschrieben, nur begleitend tätig sein. Ich setze mich deshalb für eine Änderung dieser Baulückenanrechnung ein, damit die Gemeinde Marpingen sich weiter verjüngen und entwickeln kann.

Dorfentwicklungen – Wie sollen unsere Dörfer in Zukunft aussehen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich meine Verwaltung und ich sehr regelmäßig. Wir sind uns alle einig, dass wir attraktive Dorfzentren brauchen. Hierzu zählt für viele Bürgerinnen und Bürger auch die Nahversorgung und die Möglichkeit, Dienstleistungen vor Ort zu erledigen. In der Gesamtgemeinde betrachtet sind wir hier noch ganz ordentlich aufgestellt. Dennoch müssen für feststellen, dass hier ein aktiver Wandel eingetreten ist. Vor zehn Jahren sah es mit Geschäften, Kneipen usw. in den Dörfern noch ganz anders aus. Um dem entgegen zu wirken befinde ich mich regelmäßig in Gesprächen mit unseren Gewerbetreibenden und auch Investoren, um mögliche Flächen und Potenziale ausfindig zu machen. So haben meine Verwaltung und ich schon mehrere Gespräche mit verschiedenen Lebensmittelmärkten und Investoren geführt, um in Urexweiler eine Nahversorgung zu realisieren. Es gibt ein paar positive Signale, aber auch noch immense Hürden zu nehmen.

Eigentlich war im Dorfentwicklungsplan Urexweiler vorgesehen, einen Lebensmittelmarkt in die Dorfmitte (neben der MZH) zu errichten. Die Lebensmittelketten jedoch sehen diese Fläche als nicht optimal an, da sie von der Hauptstraße nicht einsehbar oder eben die Fläche einfach zu klein wäre. Zur Zeit sind meine Verwaltung und ich am abklären, ob wir andere Flächen anbieten können, um dort eine Realisierung zu ermöglichen. Ich werde Sie natürlich in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden halten.

Entwicklung der ehemaligen Grundschule Urexweiler – Gespräch mit Vereinen

240.000 Euro stehen im Haushaltsplan der Gemeinde Marpingen, um die ehemalige Grundschule in Urexweiler zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Diese Summe gelingt nur, weil es gelungen ist beim Umwelt- und Innenministerium Fördergelder zu beschaffen. Die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Marpingen und der Landesebene ist bisher immer sehr verlässlich, vertrauensvoll und auf gegenseitige Akzeptanz gestoßen. Das hilft uns bei der Entwicklung unserer Gemeinde.

In dieser Woche hatte ich den Vereinsring zu einem ersten Gespräch eingeladen, um die Bedürfnisse und Notwendigkeiten auf Seiten der Vereine zu erfahren. Mir ist es wichtig, solche Projekte im Dialog mit den jeweiligen Betroffenen umzusetzen, da diese nachher diese Räumlichkeiten auch nutzen sollen. Ein herzliches Dankeschön an die Urexweiler-Vereine, die uns einiges an Input mitgegeben haben. Aus meiner Sicht macht es ebenfalls Sinn, in dem Gebäude einen Multifunktionsraum einzurichten, der mehr Besucher fasst als der kleine Vereinsraum und das Pfarrheim in Urexweiler, aber auch nicht so groß ist wie die Mehrzweckhalle. Darüber herrschte auch bei den Vereinen Einigkeit und Zustimmung.

Wir werden jetzt intern an dem Thema weiterarbeiten. Richtig loslegen können wir erst, wenn der Haushalt von der Aufsichtsbehörde schlussendlich genehmigt ist.

Ich wünsche nun allen ein schönes Wochenende!

Viele Grüße

Volker Weber
-Bürgermeister-