Bürgerbrief – Infrastruktur hat viele Facetten
25. Juni 2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

bald rollen in Alsweiler wie bereits angekündigt die Bagger. Der Wasserversorger WVW saniert seine Rohrleitungen im Bereich der Tholeyer und Marpinger Straße. Die beiden Straßen müssen zum Teil halbseitig gesperrt werden und es wird eine Ampel eingerichtet. Während der kommenden Wochen wird dann in Alsweiler der Verkehr nicht wie gewohnt fließen können. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass das nicht die einzige Baumaßnahme sein wird, die die Alsweiler Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Monaten betrifft. Ursprünglich war vorgesehen, dass der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), die WVW und die Gemeinde Marpingen in einer Großbaustelle alle anfallenden Sanierungsarbeiten in Alsweiler zum gleichen Zeitpunkt erledigen. Die WVW ihre Wasserrohrsanierung, die Gemeinde die Sanierung des Kanals in der Marpinger Straße und der LfS die Sanierung der Ortsdurchfahrt und Landstraße von Marpingen bis zum Alsweiler Kreisel. Leider musste die Maßnahme des LfS wegen vieler guter Gründe verlegt werden. Die gemeinsamen Bauarbeiten (unter Vollsperrung) von Gemeinde und LfS werden nun voraussichtlich im kommenden Jahr stattfinden. Ebenso steht in der nächsten Zeit auch noch eine weitere Großbaustelle an der L133 am Ortsausgang von Marpingen in Richtung Berschweiler an. Diese könnte ebenfalls Auswirkungen auf den Verkehrsfluss auf der wichtigen Landstraße haben. Wir werden natürlich ein Auge darauf haben, dass die beiden Großbaustellen zwischen Marpingen und Alsweiler und am Marpinger Ortsausgang Richtung Berschweiler möglichst gut abgesprochen und vor allem nicht gleichzeitig stattfinden. Unser Ziel ist es, dass der Verkehr hier nicht zum Erliegen kommt und die Auswirkungen auf unsere Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich sind. Auf der anderen Seite freuen wir uns natürlich, dass viel Geld in die Infrastrukturanlagen und Straßen in unserer Gemeinde investiert und die Infrastruktur so in einem guten Zustand gehalten wird.

Segelfluggelände Thema im Gemeinderat

In seiner letzten Sitzung hat sich der Gemeinderat auch noch einmal mit dem Marpinger Segelflugplatzgelände beschäftigt. Der dort ansässige Aero-Club hat vor geraumer Zeit beim saarländischen Wirtschaftsministerium die Hochstufung zu einem Sonderlandeplatz beantragt und die Gemeinde Marpingen wurde um eine Stellungnahme gebeten. Schon sehr früh ist der Verein mit seinen Plänen zur Umwidmung auf mich und meine Verwaltung zugekommen und hat uns seine Motive erklärt. Mir war es sehr wichtig, dass wir hier sowohl die Interessen des Vereines und die Entwicklungsmöglichkeiten des Segelflugplatzgeländes aber auch die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger, die in der Nähe des Flugplatzes leben, im Blick behalten.

Worum geht es genau: Eine Umwidmung zum Sonderlandeplatz hat für den Aero-Club den Vorteil, dass auch ohne Sondergenehmigung Motorflugzeuge auf dem Platz starten und landen können. Und das unabhängig davon, ob Sie ein Segelflugzeug in den Himmel schleppen oder nicht. Bisher war das nur mit einer Dauersondergenehmigung, die alle zwei Jahre beim Ministerium beantragt werden musste – und die in aller Regeln auch gewährt wurde – möglich. Diese Genehmigung sah aber keine klare Begrenzung von Starts und Landungen vor.

In meinen Augen ist das Segelfluggelände ein echtes Alleinstellungsmerkmal für unsere Gemeinde, das es in Zukunft noch besser zu nutzen gilt. Schon heute ist der Marpinger Flugplatz ein wichtiges Rad im Tourismuskonzept der Gemeinde und der ganzen Region und gewinnt in Sachen Tourismus kontinuierlich an Bedeutung. Besucher des Center-Parcs am Bostalsee heben zum Beispiel gerne von Marpingen ab, um unsere schöne Region bei einem Schnupperflug von oben zu betrachten oder schauen sich die Flieger einfach am Boden aus der Nähe an. Meine Verwaltung und ich arbeiten an Konzepten und Angeboten, um künftig noch besser auch lokal vor Ort von der Anziehungskraft des Segelflugplatzes profitieren zu können.

Gleichzeitig ist aber auch mit dem Verein vereinbart, dass die Gesamtzahl der Motorflüge nicht zunehmen wird, also durch die Hochstufung die Lärmbelastung für Anwohner des Segelflugplatzgeländes nicht zunimmt. So wird die Gesamtzahl der Landungen mit Motorflugzeugen auf 600 begrenzt. Vorher gab es eine solche Höchstgrenze nicht und theoretisch wären bisher unbegrenzt Motorflüge möglich gewesen. Bereits in der Vergangenheit lagen die Starts und Landungen in diesem Bereich. Auch ein Umwelt- und Lärmschutzgutachten kommt zu dem Schluss, dass Natur und Anwohner durch die Hochstufung zum Sonderlandeplatz nicht stärker beeinträchtigt werden als bisher. Außerdem sind wir noch einmal auf den Verein zugegangen und haben vereinbart, dass künftig wieder mehr Segelflieger mit dem vorhandenen Windenkatapult starten sollen. Für diese Flüge wäre dann kein Schleppen mit einem Motorflugzeug nötig.

Durch die vielen intensiven Gespräche mit dem Aero-Club, den Fraktionen im Gemeinderat und der Genehmigungsbehörde konnten wir erreichen, dass so sowohl dem Verein geholfen ist, aber gleichzeitig auch unsere Bürgerinnen und Bürger nicht zusätzlich belastet werden. Wie in jedem Verfahren dieser Art haben Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeit, die Pläne einzusehen und auch Ihre Einwände schriftlich zu äußern. Wie dies genau abläuft, erfahren Sie bei unserem Bauamt oder auf unserer Webseite in der Rubrik Offenlegungen.

 

Grundlagen für digitale Grundschule

Nur 0,7 Prozent der Schulen im Saarland sind ans Glasfasernetz angebunden. Das ergab eine Recherche des ZDF, über die ich in der letzten Woche gestolpert bin. Ich bin froh, dass unsere Gemeinde hier zur kleinen, feinen Gruppe der Ausnahmen gehört. Marpingen hat zusammen mit dem Landkreis St. Wendel die beiden Schulen in der Dorfmitte bereits vor einigen Monaten in Eigeninitiative ans Glasfasernetz angebunden. Landrat Udo Recktenwald und ich waren uns im gemeinsamen Gespräch damals schnell einig, dass wir hier handeln und nicht abwarten wollen. So gehören wir zwar zu einer Minderheit, aber wir haben nun sehr gute Grundvoraussetzungen, die hohen Fördergelder von Bund und Land sinnvoll für die Schülerinnen und Schüler einsetzen zu können. Ein tolles IKZ-Projekt, das uns und vor allem der Schule jetzt sehr zu Gute kommt.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich und wünschen Ihnen ein schönes Sommerwochenende.

Viele Grüße

Volker Weber

-Bürgermeister-