Bürgerbrief – Keiner ist allein, wir sind füreinander da!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

beim Schreiben dieser Zeilen muss ich mich erst einmal wieder sammeln um zu überlegen, welche Infos bereits an Sie weitergereicht wurden, welche neu hinzugekommen sind und welche schon wieder überholt sind. Alles geht im Moment in rasender Geschwindigkeit, und ein Wochenrückblick könnte einem Monatsrückblick gleichen.

Quarantänezeit – Ungewohnt, aber nicht schlimm

Beginnen möchte ich mit einer persönlichen Sache: Die meisten werden es mittlerweile mitbekommen haben, dass ich seit Ende letzter Woche gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern in Quarantäne war. Wir wurden negativ getestet und keiner von uns zeigt am letzten Tag der Quarantäne (Mittwochabend) Symptome. Am 11 März hatten wir geschäftlich Kontakt mit einer im nachhinein positiv getesteten Person.

Nach Bewertung der Situation durch die Beantwortung meiner Fragen, wurde ich als sogenannte Kontaktperson der Kategorie 1 eingestuft und getestet. Der Termin fand noch vor dem großen Peak der Corona-Krise statt. Hände schüttelten wir uns aber schon nicht mehr – zum Glück. Der Test fiel dann heute auch negativ aus. Die Quarantäne jedoch bleibt weiterhin bis 14 Tage nach dem letzten Kontakt mit der positiv getesteten Person aufrecht, um auf Nummer sicher zu gehen, dass sich nicht doch noch Symptome entwickeln. So messe ich weiterhin zwei Mal täglich Temperatur und beobachte, ob ich Symptome habe. So habe ich jetzt knapp eine Woche Home-Office hinter mir und auch das hat sehr gut funktioniert, weil ich mich auf ein starkes und hervorragendes Team in unseren Gemeindeeinrichtungen verlassen kann.

Mein Arbeitsalltag hat sich nicht nur durch die Quarantäne gewandelt, sondern auch aufgrund der Gesamtsituation. Anstelle von Sitzungen und persönlichen Kontakten werden täglich zig E-Mails geschrieben und unzählige Telefonschalten und Videokonferenzen abgehalten. Das Gebot der Stunde ist eben, dass wir alle persönliche Kontakte reduzieren müssen.

Seit der letzten Allgemeinverfügung des Saarlandes (21. März in Kraft getreten) haben wir die Situation vor Ort überwiegend gut im Griff. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, halten sich vorbildlich an die Vorgaben und die Kontaktreduzierungen. Klar gibt es auch einzelne Ausnahmen, die dann auch mit Sanktionen rechnen müssen, aber der Großteil unserer Bürgerinnen und Bürger haben es verstanden, dass diese Vorgaben nicht aus Jux und Dollerei entstanden sind, sondern wichtig für unser aller Gesundheit sind.

Hilfsprogramme laufen an – Helfen wo es geht

Zahlreiche Hilfspakete wurden für die gebeutelten Unternehmen aufgelegt. Der Bund und das Land haben hier nicht unerhebliche Summen zur Verfügung gestellt. Details dazu finden Sie in diesen Marpinger Nachrichten weiter hinten. Ebenso wird aktuell an einer Lösung für die Kindergartenbeiträge gesucht und mit dem Land über die weitere Vorgehensweise verhandelt. Geholfen wird auch im zwischenmenschlichen Bereich. Über 65 Helferinnen und Helfer sind in unserem Helfernetzwerk (Infos weiter hinten in den Marpinger Nachrichten) aktiv. Vielen Menschen konnte schon geholfen werden – das ist gut und wichtig.

Ebenso sind zahlreiche Hilfen vorgesehen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die aktuell ebenfalls in eine schwierige Lage kommen. Neben der Kurzarbeit soll es noch weitere zahlreiche Instrumente geben, damit langfristig die Arbeitsplätze gesichert bleiben.

Einrichtung einer Krankenbehandlungsstelle in Marpingen – Gemeinsam aktiv

Auch das werden viele Bürgerinnen und Bürger bereits aus den Medien entnommen haben: Vorerst werden in der kleinen Schulturnhalle weitere Kapazitäten geschaffen, sollten die Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen. Dies ist aktuell – am 25.03.2020 – eine reine Präventionsmaßnahme. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse hat sich mehrere Gebäude im Landkreis angeschaut und dann entschieden, dass diese externe Stelle bei uns in der Gemeinde eingerichtet werden soll. Zusammen mit dem Landrat und dem Stab werde ich mich am Donnerstag ausführlich informieren lassen.

Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Volker Weber und Marco Pignatelli (Ortspolizeibehörde) in der Schulturnhalle, die als externe Behandlungsstelle eingerichtet wird

Wir sind auf einem guten Weg – Gemeinsam die Krise bewältigen

Liebe Marpinger, liebe Alsweiler, liebe Urexweiler und liebe Berschweiler,

wir haben noch ein gutes Stück des beschwerlichen Weges vor uns, da gibt es nichts schön zu reden, aber wir arbeiten alle sehr, sehr hart daran, dass wir das alles so unbeschadet wie möglich überstehen. Wir sind stark in unserer Gemeinschaft – auch wenn wir körperlich nicht dicht zusammenrücken oder uns begegnen dürfen, so sollten wir dennoch füreinander da sein und uns gedanklich und mental unterstützen. Telefonieren Sie, skypen Sie oder schreiben Sie Mails mit Freunden oder Bekannten. Sprechen Sie mit dem Nachbarn von Garten zu Garten oder von Balkon zu Balkon. Achten Sie auch auf Menschen, die alleine sind. Finden sie neue oder alte Wege zur Kommunikation.

Unsere Botschaft ist: Keiner ist allein. Wir sind füreinander da!

So ist auch die Gemeindeverwaltung und ich als Bürgermeister weiterhin für sie als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Türe des Rathauses ist zwar geschlossen, aber wir sind weiterhin offen für ihre Fragen und Anliegen. Bitte haben Sie in diesem Zusammenhang Verständnis, dass gewisse Dinge in der Bearbeitung anders ablaufen und ggfs. auch länger dauern können. Aufgrund der organisatorischen Veränderungen (rollierendes Schichtsystem) im Rathaus ist nicht jeder Mitarbeiter direkt erreichbar. Wir wollen mit diesem System ermöglichen, dass alle Dienstleistungen weiterhin vorgehalten werden können, die zwingend notwendig sind.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister
Volker Weber