Bürgerbrief – Wie geht es weiter mit den Projekten in der Gemeinde?
10. Juni 2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in der vergangenen Woche tagte der Gemeinderat nach längerer Corona-Pause wieder. Knapp 60 Punkte standen auf der Tagesordnung, die es abzuarbeiten galt.
Darunter zahlreiche Bauanträge, aber auch richtungsweisende Entscheidungen wie zum Beispiel den Umbau der Kindertagesstätte in Alsweiler oder wie die Entwicklung des Gewerbegebietes in Urexweiler weitergeht.

Umbau Kinderhaus Alsweiler – Wir wollen Platz für den Bedarf schaffen

Erfreulich ist, dass die Geburtenzahlen in der Gemeinde angestiegen sind. Dadurch entsteht natürlich der Bedarf an weiteren Betreuungsplätzen. In allen vier Ortsteilen bietet die Gemeinde eine Kinderbetreuung an – das ist nicht immer selbstverständlich. Zusammen mit den kirchlichen Trägern decken wir so einen Großteil des Bedarfs ab. Bereits in diesem Jahr wird es aber zu Engpässen im Bereich der Kindergarten- und Krippenplätze kommen. Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde entschieden das Kinderhaus in Alsweiler als kommunale Einrichtung weiter auszubauen. Damit das gelingt, muss zuerst im Gebäude Platz geschaffen werden. Die FGTS und der Hort, die ebenfalls im Gebäude untergebracht sind, bekommen in modularer Bauweise ein Ausweichquartier am Kinderhaus in Alsweiler. Die dadurch freiwerdenden Räume sollen dann an die neuen Bedürfnisse angepasst und umgebaut werden, damit wir schnellstmöglich Platz für eine Krippen- und eine Kindergartengruppe extra schaffen. Zusätzlich bin ich in engem Austausch mit den kirchlichen Trägern, die auch, um dem Bedarf Rechnung zu tragen, Strukturveränderungen vornehmen wollen. Der grundsätzliche Bedarf wurde in Absprache mit dem Landes- und Kreisjugendamt in Verbindung mit dem Bildungsministerium auf vier weitere Gruppen festgelegt. Dies bedeutet, dass noch weitere Maßnahmen notwendig werden. Aktuell ist deshalb noch ein Anbau am Kinderhaus in Alsweiler geplant, um qualitativ und quantitativ die Einrichtung auszubauen. Dafür hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung die grundsätzliche Zustimmung gegeben. Das Ausweichquartier für die FGTS und den Hort ist bereits ausgeschrieben und der Auftrag soll Anfang nächster Woche vergeben werden. Insgesamt wird die Gemeinde Marpingen alleine in diesem Jahr weit über 500.000 Euro in die Kinderbetreuung  investieren.

Gewerbegebiet Urexweiler – Nahversorgung für Urexweiler ja oder nein?

Schon ziemlich zeitnah, nach meinem Amtsantritt, habe ich mich bemüht die Nahversorgung in Urexweiler zu stärken, zahlreiche Supermarktbetreiber kontaktiert und an verschiedenen Stellen entsprechende Unternehmensentscheider angesprochen. Ziel war es immer eine Nahversorgung im Ort zu realisieren, damit der Ortskern dadurch gestärkt werden kann. Bereits in diesen Gesprächen wurde häufig klar, dass die Lage für viele Ketten nicht attraktiv genug bzw. die zur Verfügung stehende Fläche nicht ausreichend war. Viele Gespräche waren somit nicht erfolgreich. Vor knapp zwei Jahren kam man mit der Firma Netto ins Gespräch und mit einem Investor, der ernsthaftes Interesse zeigte in Urexweiler eine Nahversorgung einzurichten. Auch hier wurde zuerst alles probiert dieses Vorhaben innerörtlich zu realisieren,was jedoch ebenfalls wieder gescheitert ist. So wurde die Idee geboren, das schon mit Baurecht versehene Gewerbegebiet „Nördlich Remmesweilerstraße“ aus den frühen 80-er Jahren zu erschließen und ggfs. dort einen Markt zu realisieren. Nach zahlreichen Gesprächen mit dem Investor und Netto konnte man sich eine Realisierung an diesem Standort vorstellen. Mit eingebunden war stets der Gemeinde- und Ortsrat in die Entscheidungen und den Fortgang dieser geplanten Niederlassung. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde nun beschlossen,  weitere Gespräche zur Ansiedlung des Marktes und über die Erschließung des Gewerbegebietes für weitere Unternehmen zu führen und ggfs. auch Grundstückverhandlungen durchzuführen. Die Gemeinde hat bereits vor Jahren einige Grundstücke in dem Bereich aufgekauft, die zur Realisierung benötigt werden.

Mir ist durchaus bewusst, dass viele lieber einen Markt in der Ortsmitte gesehen hätten. Ihnen kann ich versichern, dass wir alles Mögliche versucht haben dies zu umzusetzen, es uns jedoch nicht gelungen ist. Und keineswegs war direkt von Anfang an die Fläche am Ortseingang von Urexweiler im Gespräch oder im Angebot für den Investor. Erst nachdem er keine Realisierung in Urexweiler innerörtlich gesehen hat und quasi eine Absage an den Standort erteilt hat, hat man die Alternative vorgeschlagen. Somit stellte sich jetzt für den Gemeinderat die Frage, ob man eine Nahversorgung grundsätzlich für Urexweiler einrichten möchte oder eben nicht. Diese Grundsatzfrage hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mehrheitlich beantwortet und den Weg frei für weitere Verhandlungen gemacht. Wobei ich weiterhin betone, dass wir auch hier erst am Anfang eines weiten Weges sind und eine Realisierung noch nicht zwangsläufig in trockenen Tüchern ist. Auch erwähnen möchte ich, dass ich natürlich Gespräche mit einigen Bürgern hatte, die sich besorgt über die Ansiedlung äußerten. Ihre Bedenken, das kann ich zumindest für mich  behaupten, wurden nicht leichtfertig weggewischt oder als unbedeutend abgetan. Sie wurden im Nachgang auch nochmal intensiv geprüft. So war es für mich eigentlich selbstverständlich, dass, mit Zustimmung des Rates, die Gegenargumente zu dem Vorhaben in der Gemeinderatssitzung vorgetragen werden durften. In die Zukunft kann leider keiner von uns blicken, sodass wir nicht wissen, ob es eine andere Möglichkeit einer Realisierung in der Ortsmitte von Urexweiler geben könnte. Es stellte sich nun die Frage: Nahversorgung für Urexweiler unter diesen Bedingungen, ja oder nein? Der Gemeinderat beantwortete die Frage mit ja. Ich werde auch weiterhin im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern bleiben, die das Vorhaben kritisch betrachten.

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes Wochenende!

Viele Grüße

 

Volker Weber

-Bürgermeister-