Bürgermeister Weber plant Verbesserungen und Umbau der Marpinger Ortsmitte

(fre) In der Marpinger Ortsmitte herrscht Enge. Hunderte Schüler, Eltern, Lehrer und Erzieher zieht es jeden Morgen in die dortige Gemeinschafts- und die Grundschule, zum Kindergarten und zur Sporthalle. Hunderte Bürgerinnen und Bürger kaufen im örtlichen Supermarkt oder nutzen den Kirmesplatz um zur Bank oder Post zu kommen. Hinzu kommen jeden Tag dutzende Schulbusse, die das Verkehrsproblem zusätzlich verschärfen. Parkplätze in der Nähe der Schulen und des Kindergartens sind Mangelware. Die Marpinger Marienstraße ächzt unter der hohen Verkehrsbelastung.

Wie lässt sich dieses große Verkehrsproblem lösen?

In der Marpinger Ortsmitte wir sogar noch mehr Platz gebraucht. Die Freiwillige Ganztagsschule der Grundschule wurde Opfer ihres eigenen Erfolges. Immer mehr Grundschüler gehen auch in die Nachmittagsbetreuung. Die vor zehn Jahren angedachten drei Gruppen reichen schon lange nicht mehr aus. Mittlerweile werden an zwei Standorten acht Gruppen zu je 20 Schülern betreut. Der Schulhof der Grundschule ist sehr klein und wenig attraktiv für die vielen Kinder der Gemeinde.
Auch die benachbarte Gemeinschaftsschule des Landkreises St. Wendel hat riesige Platzprobleme. Es fehlen Klassenräume und Räume für die Nachmittagsbetreuung. Grundstücke in der Nähe für einen Anbau gibt es nicht. Der Schulhof wird oft zum Parken genutzt.

Wie kann man die Raumnot an den Schulen beenden? Wie kann man sicherstellen, dass sich die beiden Schulen auch in Zukunft positiv entwickeln können?

„Es geht um die Zukunft der Marpinger Ortsmitte und die Zukunft unseres Schulzentrums in Marpingen“, ist Bürgermeister Volker Weber überzeugt. „Sehr viele Bürgerinnen und Bürger haben mich auf die genannten Verkehrsprobleme angesprochen. Ich stehe in engem Kontakt mit dem Landkreis St. Wendel, dem Träger der Gemeinschaftsschule und den Leitungen der beiden Schulen. Ich kenne deren Probleme und diese lassen sich mit kleinen Einzelmaßnahmen nur unbefriedigend lösen. Mein Team und ich wollen sie daher mit einem großen Projekt im Kern angehen und so die Dorfmitte verbessern und neu gestalten. In den nächsten Tagen werde ich das Großprojekt dem Gemeinderat vorstellen und ihm vorschlagen eine professionelle Planung und Konzeption einer Umbau-Maßnahme in der Dorfmitte in Auftrag zu geben“

Die Strategie von Bürgermeister Weber sieht drei wichtige Punkte vor:

Punkt 1. Abriss von drei Häusern in der Marienstraße, um Platz zu schaffen.

Punkt 2. Verkauf der Grundschule in der Marienstraße an den Landkreis St. Wendel. Dieser nutzt das Gebäude für seine Gemeinschaftsschule.

Punkt 3. Neubau einer Grundschule in einem Areal außerhalb der Marienstraße und gleichzeitiger Bau einer Bustrasse entlang des Alsbach.

Zu Punkt 1. „Die erste Maßnahme gehen wir schon in den Sommerferien an“, so der Bürgermeister, „die drei Häuser in der Marienstraße werden dann abgerissen.“ Die dann entstehende Fläche könnte als Grünfläche, als Spielplatz oder – falls die anderen Pläne nicht realisierbar sein sollten­– auch als Ausbaufläche für die Grundschule/FGTS genutzt werden.

Zu Punkt 2. Die Gemeinde Marpingen ist zwar nicht Träger der Marpinger Gemeinschaftsschule „aber sehr eng mit der GemS verbunden und an der Entwicklung der für uns sehr wichtigen Schule sehr interessiert“, so Bürgermeister Weber. „Wir möchten der Gemeinschaftsschule Platz zum Wachsen und Entwickeln geben. Daher möchte ich dem Landkreis St. Wendel unsere direkt daneben liegende Grundschule mit ihren Klassenräumen und der Mensa zum Kauf anbieten. Ich habe erste sehr gute Gespräche mit Landrat Udo Recktenwald, dem Bildungsministerium und dem Innenministerium über unsere Pläne geführt und bin auf breite Unterstützung über alle Parteigrenzen hinweg getroffen. Der Kauf unserer noch recht neuen Schule würde der Gemeinschaftsschule und dem Landkreis St. Wendel als Schulträger sehr nutzen“, so Weber.

Neubau der Grundschule wird eine Chance sein

Zu Punkt 3. Ein zentraler Punkt in der Strategie des Bürgermeisters ist der Neubau der Grundschule. Diese sollte aus Sicht der Verwaltung nicht mehr direkt am Verkehrsknotenpunkt Marienstraße liegen. Natürlich sollte eine neue Schule aber immer noch von der dortigen Infrastruktur (Sportplatz, Sporthallen) profitieren können. „Auf den ersten Blick wirkt für mich das Areal am Sportlerheim des FC Hellas geeignet“, so der Bürgermeister. Mit dem Verein habe ich ebenfalls gute Gespräche über diese Überlegungen geführt. Das aktuelle Sportlerheim ist in Besitz der Gemeinde, in die Jahre gekommen und hier müsste wohl in den nächsten Jahren kräftig investiert werden“, so Volker Weber.

„Zwischen dem Alsbach und dem Sportplatz wollen wir, wenn es möglich ist, eine Bustrasse bauen“, so der Plan des Bürgermeisters weiter. Aus Richtung Marienstraße kommende Schulbusse sollen in Richtung über die Berschweilerstraße abgeleitet werden. Die Straße wäre ausschließlich Schulbussen vorbehalten und eine Einbahnstraße. „So hätten wir mit einem Schlag die Hälfte der Schulbusse aus der Marienstraße raus. Kein Begegnungsverkehr mit Bussen mehr. Das würde die Situation in der Marienstraße und an der Kreuzung zur Urexweilerstraße extrem entspannen!“, so der Bürgermeister. Eine Veränderung am Sportplatz selbst, wäre eher unproblematisch, da der Kunstrasen in den kommenden Jahren sowieso ausgetauscht werden muss.

„Wir wollen hier ein extrem großes aber auch sehr wichtiges Projekt für die Ortsmitte Marpingen stemmen“, sagt Bürgermeister Volker Weber, „aber die Rahmenbedingungen und somit die Chancen diese Projekte zu realisieren stehen gut.“ Aus Sicht der Gemeindeverwaltung ist der Zeitpunkt für eine Neugestaltung der Marpinger Ortsmitte historisch gesehen einmalig. Mit dem Landkreis St. Wendel, der in Sachen Raumnot vor ähnlichen Problemen steht wie die Gemeinde, hat man einen wichtigen Partner an Bord. Die Sanierung des Marpinger Sportplatzes und notwendige Investitionen in das Sportlerheim stehen in den nächsten Jahren an und können in den Gesamtplan integriert werden. Nach ersten Gesprächen steht die saarländische Landesregierung den Plänen des Bürgermeisters offen gegenüber.

„Natürlich wird es die Gemeinde Geld kosten, die Ortsmitte von Marpingen umzugestalten. Ich werde mich aber dafür einsetzen, so viele Fördermittel wie möglich für dieses Projekt zu gewinnen und alle Beteiligten von der Notwendigkeit zu überzeugen“, so Bürgermeister Weber, „ich bin überzeugt davon, dass es sich lohnen wird. Und was noch wichtiger ist: wir Investieren kräftig in die Zukunft unserer beiden Schulen und die Zukunft der Schülerinnen und Schüler. Zusätzlich verbessern wir die Lebensqualität in Marpingen. Wir alle kennen die Probleme in der Marpinger Ortsmitte! Ich würde es als eine vertane Chance ansehen nicht über dieses Gesamtkonzept zu diskutieren, weil es viele Probleme der nächsten Jahre aufgreift und Lösungen aus einem Guss bieten kann. Als ersten Schritt will die Gemeindeverwaltung nun ein Konzept erstellen lassen, das prüft, welche Umbau- und Neubaumaßnahmen im Marpinger Ortskern möglich sind und an welchem Ort zum Beispiel eine neue Grundschule entstehen könnte. „Wir wollen diese Ideen und Pläne durch Fachleute überprüfen lassen und so herausfinden, was in Marpingen möglich ist“, so der Bürgermeister. In der kommenden Sitzung möchte ich dem Gemeinderat vorschlagen eine solche Untersuchung in Auftrag zu geben. Nach den ersten Ergebnissen will der Bürgermeister breit mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren. Ebenfalls von diesen Maßnahmen profitieren wird die Cafeteria/Sporthalle Marpingen und der kommunale Kindergarten. Durch die Verlagerung der FGTS/Hort nach Marpingen werden dort weitere Räume frei, um dort weitere Gruppen und Bedarfe zu realisieren oder um einfach die Qualität der Betreuung zu verbessern und zu steigern.