Gemeinderat stimmt Konzept für Dorfgemeinschaftshaus und Gewerbegebiet in Urexweiler zu
8. Juni 2020

Unter ungewöhnlichen Umständen und an ungewöhnlichem Ort ist in der vergangenen Woche der Gemeinderat zusammengekommen. Die Sitzung war wegen der Coronakrise in die Mehrzweckhalle nach Urexweiler verlegt worden, wo mehr Platz als im Rathaus zu Verfügung stand. Für das erste Treffen nach Ausbruch der Pandemie war ein besonderes Hygienekonzept ausgearbeitet worden.

Erneut im Rat besprochen wurde der Umbau der alten Grundschule in Urexweiler zu einem Gemeinschaftshaus für das Dorf. Hier traf der Rat den Beschluss den Umbau aus Gründen der Finanzierung in mehrere Teilabschnitte aufzuteilen und nach und nach in den kommenden Jahren aus der alten Schule eine Heim- und Feststätte für die Urexweiler Vereine und Bürgerinnen und Bürger zu machen. Nun wird ein Architekturbüro mit der Planung eines Gesamtkonzeptes für das neue Dorfgemeinschaftshaus sowie mit der Planung des ersten Bauabschnittes beauftragt. Mit dem Konzept wird die Verwaltung dann Fördermittel des Landes beantragen.

Sind die Planungen abgeschlossen, soll zunächst ein Fest- und Veranstaltungsraum für mehr als 100 Personen im Gebäude entstehen. Gleichzeitig sollen Räume für Vereine geschaffen werden. Rund 400.000 stellt die Verwaltung 2020 für die Planung und Umsetzung der Maßnahmen in ihrem Haushalt bereit. Einstimmig entschied sich der Rat dafür, den Planungsauftrag an ein Architekturbüro zu vergeben.

Ebenfalls auf der Tagesordnung des Gemeinderates stand die Abstimmung über das geplante Gewerbegebiet nördlich der Remmesweilerstraße am Ortsausgang von Urexweiler. Dort will ein Investor einen Supermarkt ansiedeln und die Gemeinde plant den Ankauf und die Erschließung weiterer Grundstücke für die Ansiedlung weiterer Gewerbetreibender. Die Erschließungkosten für den Supermarktbau, lägen beim Investor, die Erschließungskosten für das weitere Gewerbegebiet, an dem bereits weitere UnternehmerInnen Interesse bekundet haben müsste die Gemeinde zahlen. Von diesen Kosten könnte das saarländischen Wirtschaftsministerium mit einer Förderung einen Teil übernehmen.

„Wir sind uns mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien einig, dass wir die Ansiedlung eines Supermarktes lieber im Ortszentrum von Urexweiler gesehen hätten“, so Bürgermeister Volker Weber, „aber nach jahrelangen Verhandlungen, war dort wegen verschiedener Faktoren keine Lösung möglich. Wir haben jetzt nur die Wahl zwischen einem Gewerbegebiet mit Supermarkt am Ortsausgang oder gar keinem Gewerbegebiet in Urexweiler. Da inzwischen gar kein Nahversorger mehr in Urexweiler vorhanden ist, sollten wir die Chance ergreifen und einer Erschließung und somit Ansiedlung eines Supermarktes zustimmen. Wobei ich hervorheben muss, dass es auch noch nicht 100 prozentig in trockenen Tüchern ist, dass der Supermarkt wirklich kommt“.

Auf der Sitzung durfte mit Zustimmung von Rat und Bürgermeister auch ein Vertreter einer Gruppe von Gegnern der Supermarktansiedlung das Wort ergreifen. Die Gruppe aus lokalen Naturschützern und ortsansässigen Gewerbetreibenden spricht sich aus Naturschutzgründen und wegen vermuteter Umsatzeinbußen gegen den Supermarkt aus und forderte den Rat auf, der Erschließung des Gebietes nicht zuzustimmen und vor einer Supermarktansiedlung die Bürgerinnen und Bürger zu befragen.

Am Ende der Debatte stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit und den Stimmen der Linken, der CDU und SPD für die Erschließung des Gewerbegebietes und die Ansiedlung des Supermarktes. Die Fraktion der Grünen stimmte gegen die Erschließung des Gewerbegebietes.