Gemeindeverwaltung prüft Einführung der digitalen Bürgerplattform „Dorffunk“ und eines Mängelmeldesystems
24. März 2021
Foto: Fraunhofer Institut IESE

Seit dem vergangenen Jahr beschäftigt sich die Gemeindeverwaltung intensiv mit der möglichen Einführung der digitalen Bürgerkommunikationsplattform „Dorffunk“ auf Gemeindeebene. Dorffunk ist eine Smartphone-App des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern, mit der die BürgerInnen eines Dorfes untereinander aber auch mit der Verwaltung und den Ortsvorstehern kommunizieren können, sich in Gruppen austauschen, Hilfe anbieten oder auch private Kleinanzeigen aufgeben können. Die App wird zurzeit in vielen Kommunen gerade im ländlichen Raum eingeführt, die zuvor ihren BürgerInnen noch keine Angebote zum digitalen Austausch geboten hatten. „Die App wird zum Beispiel schon seit einigen Jahren in Hasborn-Dautweiler eingesetzt, das als Pilotkommune erste Erfahrungen mit der App gesammelt hat. Mit dem dortigen Ortsvorsteher stehe ich zu diesem Thema im Austausch und unsere eigene Stabsstelle für Öffentlichkeitsarbeit ist von Beginn des Projektes in Hasborn an in der App angemeldet, um eigene Erfahrungen zu sammeln“, so Bürgermeister Volker Weber.

„Die Dorffunk-App ist grundsätzlich ein nützliches Instrument zur Kommunikation der BürgerInnen der Gemeinde untereinander sowie zur Kontaktaufnahme der BürgerInnen zur Gemeindeverwaltung. Da wir auf Gemeindeebene aber schon zuvor sehr erfolgreich auf digitale Kommunikation über Facebook gesetzt haben, haben wir die Dorffunk-App bisher nicht eingeführt. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts würden wir mit der App dieselben BürgerInnen erreichen, die auch jetzt schon regelmäßig unsere Facebook-Seite nutzen,“ so der Bürgermeister. Die Erfahrungen in Hasborn und anderen Kommunen, die die App bereits eingeführt haben, zeigen auch, dass es in einigen Bereichen auch noch Probleme zum Beispiel mit Urheberrechtsverstößen gibt. Zudem können Gewerbetreibende die App zum Beispiel, um ihre Angebote bekannt zu machen, nicht nutzen, was sich die Gemeindeverwaltung von einer solchen App gewünscht hätte. 

„Trotz dieser Mängel prüfen wir seit dem vergangenen Jahr die Einführung der Dorffunk-App verstärkt und mein Team und ich haben mehrere Gespräche über die Einführung mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft St. Wendel, der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendel, dem Fraunhofer-Institut und Modellkommunen im Saarland und in Rheinland-Pfalz geführt. Was mich am Ende letztlich überzeugt hat eine Einführung ins Auge zu fassen, ist das sehr nützliche Zusatzmodul ‚Lösbar‘”, so der Bürgermeister. 

„Lösbar“ (ebenfalls entwickelt vom Fraunhofer-Institut) ist ein sogenanntes Mängelmeldersystem, mit dem BürgerInnen Schäden, Probleme oder auch illegale Müllentsorgung in der Gemeinde der zuständigen Fachstelle im Rathaus direkt über das Smartphone melden können und dann auch erfahren, wie und wann das Problem gelöst wird. „Auch ein solches System suchen wir seit letztem Jahr und haben mehrere Angebote vorliegen. Das Programm Lösbar hat den großen Vorteil, dass es sich in die Dorffunk-App integrieren lässt. Unsere Bürgerinnen müssten nicht für Kommunikation und das Melden von Problemen verschiedene Apps runterladen und nutzen, sondern hätten alles in einem Paket. Das halte ich für eine gut Lösung. Eine Einführung der Dorffunk-App ohne den Mängelmelder sehe ich dagegen kritisch, da dies den BürgerInnen keine echten Vorteile bringt“, so Bürgermeister Volker Weber. 

Ob die Gemeinde die Dorffunk-App und den Mängelmelder Lösbar einführt, steht noch nicht abschließend fest. „In dieser Woche steht noch eine Videokonferenz mit einer Modellkommune im Westerwald an, die das Zusatzmodul Lösbar schon länger nutzt und uns die App anhand von Praxisbeispielen im Detail vorstellen wird. Danach werden wir entscheiden, ob dieses Programm sich auch für unserer Gemeinde und Verwaltung eignet“, so Bürgermeister Volker Weber. „Wenn am Ende die Vorteile überwiegen, werden wir auf alle Ortsvorsteher zugehen und abklären, ob eine Einführung aus ihrer Sicht sinnvoll erscheint.“, so Weber abschließend.