Neue Bäume für bedrohte Wälder – Gemeinde setzt auf Aufforstung

Wohl selten waren in unseren Wäldern so viele Bürgerinnen und Bürger unterwegs wie in den letzten Wochen der Corona-Krise. Viele entdecken unseren Wald gerade wieder für sich und auch Bürgermeister Volker Weber hat sich in einem längeren Gespräch mit unserem Revierförster Ingo Piechotta unterhalten und sich ein Bild von den Sturm- und Borkenkäferschäden vor Ort gemacht.

Wie steht es um unseren Wald in der Gemeinde Marpingen? Das Urteil von Förster Piechotta ist ernüchternd: „nach den Dürresommern der letzten beiden Jahre, ist der Zustand in allen Baumarten kritisch. Vor allem Fichten und Buchen sind im Gemeindewald bedroht.“ Durch die Dürre seien die Bäume sehr geschwächt und dadurch anfällig für viele unterschiedliche Schädlinge, so Piechotta.

„Was Schädlinge wie der Borkenkäfer in Kombination mit starkem Wind anrichten können, sieht man gut am Exelberg zwischen Marpingen und Urexweiler“, sagt Bürgermeister Volker Weber, „hier ist in einem Fichtenstück ein von der Fläche her vergleichsweise kleiner Schaden entstanden. Leider hat der Borkenkäfer an vielen Stellen im Gemeindewald zugeschlagen.“ Größere Schäden sind so in den letzten Jahren in den Gemeindewäldern auf der Rheinstraße, am Höhbüsch in Berschweiler, im Weiherwald in Alsweiler, und am Wald rund um den Ehlenbach in Marpingen entstanden.

Durch den Klimawandel werden sich unsere Wälder verändern, ist Förster Ingo Piechotta überzeugt: „Wir wird weiterhin ein Waldland bleiben. Aber die Zusammensetzung an Baumarten wird sich sicher verändern.“ Heute bestehen die Gemeindewälder überwiegend aus Laubholz-Arten. Hinzu kommen etwa ein Drittel an Nadelholzarten mit Schwerpunkt auf der Fichte.

 „Bei unseren Wiederaufforstungsprojekten setzten wir auf aktive Anpflanzung und auf Naturverjüngung. Gerade bei Buche oder Birke wachsen gut von allein nach. Bei anderen Baumarten müssen wir aktiv nachhelfen“, so der Förster. Aktiv aufgeforstet werden an den betroffenen Orten vorwiegend Eiche, Kirche, Ahorn, Baumhasel und Elsbeere. Die Jungbäume müssen über Jahre gepflegt und geschützt werden. „Gerade junge Eichen werden besonders gerne von Rehen gefressen“, so Piechotta, „und der Rehbestand in unseren Wäldern ist hoch.“

Beim Schutz der Jungbäume kommen in unseren Wäldern Wildschutzzäune und vorallem Wuchshüllen zum Einsatz. Der Revierförster bevorzugt Wuchshüllen: „Die sind zwar aus Plastik und müssen später wieder eingesammelt werden aber sie wirken auch wie kleine Gewächshäuser und die Pflanzen wachsen so schneller und besser.“

Wiederaufforstung ist kostspielig. „Zwischen vier und sechs Euro kostet die Anpflanzung eines jungen Baumes mit Schutzmaßnahmen“, sagt Förster Piechotta. Nicht einberechnet sind dabei Vorbereitung und Pflege. „An den von Sturm und Schädlingen betroffenen Waldgebieten wollen wir aber Geld in die Hand nehmen und unsere Wälder mit neuen, besser angepassten Bäumen wieder aufforsten“, sagt Bürgermeister Volker Weber, „das sollte uns unsere Natur vor der Haustüre wert sein!“