Wie lernen Kinder, Streit friedlich zu lösen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „Friedenstreppe nach Zwenger-Balink“, dass die Freiwillige Ganztagsschule (FGTS) standortübergreifend gemeinsam mit der Grundschule Marpingen im Schuljahr 2026/2027 eingeführt hat. Im Rahmen der Demokratietage wurde das Projekt gemeinsam mit den Kindern umgesetzt.
„Frieden ist keine Stille, sondern eine begehbare Brücke zwischen den Kindern.“ Dieser Gedanke bringt das Ziel des Projektes auf den Punkt. Die Friedenstreppe gibt Kindern ein praktisches Werkzeug an die Hand, um Konflikte eigenständig und gewaltfrei zu lösen. In vier Schritten lernen sie, ihre Sicht des Streits zu schildern, eigene Gefühle auszudrücken, gemeinsam Lösungen zu finden und Frieden zu schließen.
Jede Stufe der Treppe hat ein eigenes Symbol:
Stufe 1 – Das Auge: Was ist passiert?
Stufe 2 – Das Herz: Wie habe ich mich gefühlt?
Stufe 3 – Die Glühbirne: Gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht.
Stufe 4 – Die Friedenstaube / Der Handschlag: Frieden wird geschlossen.
Unterstützt werden sie dabei durch die „OMA-Regel“: O wie Ohr steht für das Zuhören, M wie Mund für das Sprechen in Ich-Botschaften und A wie Auge für den Blickkontakt.
An allen drei FGTS-Standorten haben die Kinder das Projekt aktiv mitgestaltet. Die Neue Arbeit Saar baute die Friedenstreppen, die von den Kindern mitgestaltet wurden. Ergänzend erstellte die Kreativgruppe Plakate und Gefühlsuhren, während die Mediengruppe Interviews und Stop-Motion-Erklärvideos produzierte. Die entstandenen Materialien werden auch der Grundschule zur Verfügung gestellt, damit die Methode nachhaltig im Schulalltag eingesetzt werden kann.
Das Adolf-Bender-Zentrum schulte zudem eine feste Kindergruppe aus allen drei Standorten gezielt zu Friedensexperten. Zum Abschluss durften die Kinder einem Richter im Sitzungssaal der Gemeinde Fragen zur Rechtsprechung stellen. Dabei erfuhren sie, welche Bedeutung Zuhören, das Verstehen unterschiedlicher Sichtweisen und die Suche nach Lösungen auch für das Rechtssystem haben.
Umgesetzt wurde das Projekt in Kooperation mit der Grundschule Marpingen, Idee.on, der Neuen Arbeit Saar und dem Adolf-Bender-Zentrum.
Die Friedenstreppe soll die Kinder dabei unterstützen, Konflikte respektvoll zu lösen und Verantwortung für ein friedliches Miteinander zu übernehmen. Denn eine demokratische Streitkultur entsteht nicht von allein. Sie beginnt damit, dass Kinder lernen, einander zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
Beteiligte Personen im Projekt:
- Projektleitung (Kita- Sozialarbeiterinnen): Harbiye Acar-Poyraz, Jasmin Klein
- Standort Marpingen: Uwe Lorscheider, Hanna Will; Dennis Warken; Michael Groß
- Standort Alsweiler: Thomas Steinmann; Lina Rein, Luca Reinshagen
- Standort Urexweiler: Alex Kurpas; Emma Lambert