Der Haushalt 2026 für die Gemeinde Marpingen ist beschlossen. Dabei investiert die Gemeinde rund 6,4 Millionen Euro. Laut Bürgermeister Volker Weber wolle man in diesem Haushalt die Vielzahl großer Projekte abschließen, weiter vorantreiben und neue Projekte in die Planung bringen. Es sei ein Spagat zwischen den „freiwilligen Leistungen“ und den „Pflichtaufgaben“, die eine Kommune zu erfüllen habe.
Zur Deckung der finanziellen Investitionen in Höhe von 6.436.500 Euro dienen zu einem nicht unerheblichen Anteil Sonderkredite (2.291.700 Euro), allgemeine Kredite (720.000 Euro) und Zuschüsse (3.424.800 Euro).
In die folgenden Bereiche und Maßnahmen wird die Gemeinde Marpingen 2026 unter anderem investieren:
Freiwillige Feuerwehr: Die Feuerwehr ist eine wichtige kommunale Pflichtaufgabe. „Durch die veränderten Aufgaben der Feuerwehren ist eine gute, technische Ausstattung essenziell. Im Fokus stehen längst nicht mehr nur der Brandschutz und die Brandbekämpfung – auch technische Hilfsleistungen und der Katastrophenschutz gewinnen zunehmend an Bedeutung“, betont Bürgermeister Volker Weber. Daher stehen für die Freiwillige Feuerwehr insgesamt rund 140.000 Euro zur Verfügung. Diese Mittel fließen unter anderem in die Anschaffung eines mobilen Carports für das neue Fahrzeug in Alsweiler, der An- und Ausbau des Gerätehauses in Alsweiler für die Schlauchwerkstatt sowie in die weiteren Planungsschritte für den Neubau des Gerätehauses in Urexweiler.
Dorfentwicklung, Ortskern, Öffentliche Infrastruktur: Die Gemeinde investiert in allen Ortsteilen; im Kontext der „Dorfmitte Marpingen“ erneut umfangreich, um die Ortsmitte umzubauen und die wichtige Schulinfrastruktur zusammen mit den Sportstätten zu kombinieren. So stehen beispielsweise 170.000 Euro für den Ankauf von Grundstücken bereit, um die Weichen für die Zukunft zu stellen und neue Elektroverteilerschränke aufstellen zu können.
Die Verlegung des Clubheims des FC Hellas Marpingen ist weiterhin ein zentraler Bestandteil der Ortsentwicklung. Für Vorplanungen und Kostenermittlungen, die unter anderem für Zuschussanträge beim Land erforderlich (HU-Bau) sind, werden weitere 300.000 Euro bereitgestellt.
Auch in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird investiert: insgesamt 90.000 Euro. Davon fließen 40.000 Euro in den barrierefreien Ausbau der im Gemeindebereich noch überholungsbedürftigen Haltestellen und 50.000 Euro in den Ankauf eines Kleinbusses für das Projekt “Bürgerbus”.
Im Bereich der Sportstätten werden ebenfalls große Summen eingesetzt: für die große Sporthalle Alsweiler in der “Gartenstraße” sind 110.000 Euro für die Vollsanierung der Parkplätze vorgesehen. Weitere 10.000 Euro fließen in Einrichtungsgegenstände, beispielsweise für die Anschaffung eines Konvektomaten. Auch die Sporthallen in Marpingen und Alsweiler (kleine Turnhalle) sowie die Mehrzweckhalle in Urexweiler werden mit Mitteln berücksichtigt. Für die Sporthalle Marpingen sind zusätzlich 35.000 Euro für die Sanierung der sanitären Leitungen vorgesehen.
Die öffentlichen Plätze prägen maßgeblich das Ortsbild der Gemeinde. Für ihre Instandhaltung und Pflege sind 8.000 Euro eingeplant. Auch die Friedhöfe werden mit insgesamt 106.000 Euro im Haushalt berücksichtigt, u.a. für die Errichtung von Stelen, Urnengrabfeldern, Baumpflanzungen, Wege, Zaunanlagen und Toilettensanierungen.
„Die Kinderspielplätze sind mir seit je her ein persönliches Anliegen, weitere 41.000 Euro stehen für die Kinderspielplätze aller vier Ortsteile sowie die Fortschreibung zur Planung und Umsetzung der Erweiterung des Spielplatzkonzeptes bereit!“, so Volker Weber. Zudem fließen insgesamt 617.000 Euro in gezielte Maßnahmen in den Ortskern Marpingen. Im Bereich „Straßenbau“ stehen insgesamt 34.000 Euro zur Verfügung, u.a. für Stützmauersanierungen (z.B. Urexweilerstraße). Ergänzend werden im Bereich der öffentlichen Infrastruktur auch Maßnahmen im „Wasserbau“ umgesetzt: ein Schwerpunkt liegt auf der Verwallung mit Durchlassbauwerk an der Wiesenstraße/Zuwegung Friedhof Alsweiler. Hierfür sind Planungskosten in Höhe von 20.000 Euro eingeplant. Zudem werden für notwendige Brückensanierungen und Reparaturen im gesamten Gemeindegebiet u.a. aus Verkehrssicherungspflichten 40.000 Euro investiert. 8.000 Euro sind für einen Trinkbrunnen „Im Brühl“ in Urexweiler vorgesehen.
Energetische Sanierungen: 2026 sind mehrere Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorgesehen, um langfristig und nachhaltig Energie einzusparen und die Betriebskosten zu senken. So fließen insgesamt 300.000 Euro in die Planung und Konzeption zur energetischen Sanierung des Schwimmbades Urexweiler (Gesamtkosten: ca. 4,6 Millionen Euro).
Weitere 120.000 Euro sind für die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Berschweiler vorgesehen. Für die Grundschule Marpingen sind 90.000 Euro für die Umrüstung auf LED-Beleuchtung einschließlich der notwendigen Planungsleistungen eingeplant. Auch im Gesamtgemeindebereich sollen die noch ausstehenden Leuchtmittel der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt werden. Hierfür stehen weitere Mittel in Höhe von 150.000 Euro bereit.
Im Schullandheim Berschweiler ist zudem eine energetische Sanierung der Lüftungsanlage vorgesehen. Für diese Maßnahme stehen 30.000Euro im Haushalt bereit.
Bildung, Kinderbetreuung: Als familienfreundliche Kommune bleiben Bildung und Kinderbetreuung auch im Haushalt 2026 ein zentraler Investitionsschwerpunkt. Es werden Mittel bereitgestellt, um in die örtliche Betreuung zu investieren und die Bildungs- und Betreuungsangebote kontinuierlich zu verbessern. „Das ist zwingend notwendig, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten und hatte für mich und für die Gemeinde schon immer einen hohen Stellenwert“, so Volker Weber.
Für die katholischen Kindergärten in Marpingen und Urexweiler stehen 250.000 Euro bereit, um weiterhin den Ausbau der Einrichtungen zu unterstützen und möglichst allen Eltern einen Betreuungsplatz anbieten zu können. Auch die kommunalen Kindertagesstätten, der Kinderhort, das kommunale Kinderhaus in Alsweiler sowie die Grundschule in Marpingen erhalten Investitionen von rund 11.000 Euro für neue Einrichtungsgegenstände und notwendige Anschaffungen. Die Freiwillige Ganztagsschule (FGTS) wird mit 480.000 Euro unterstützt. Für das kommunale Kinderhaus in Alsweiler sind Mittel vorgesehen für den Erwerb einer neuen Modul-Anlage einschließlich des Rückbaus der bisherigen Mietmodule (1,5 Millionen Euro) und 200.000 Euro zur Ausfinanzierung des Gebäudeanbaus aus Vorjahren (Gesamtkosten: 5,2 Mio. Euro). An der Grundschule werden 32.000 Euro für die Verschattung mittels Pergola bereitgestellt, zusätzlich 25.000 Euro für die Sanierung der Sanitärräume. Im Rahmen der Gesamtthematik „Dorfmitte Marpingen“ wird zudem die Erweiterung des jetzigen Grundschulstandortes vorangetrieben. Laut Bürgermeister Weber sei und bleibe das langfristige Ziel der Bau einer neuen Grundschule, da der Bedarf weiterhin groß nach einer modernen Lernstätte sei. Für Vorplanungen und Kostenermittlungen, die für Zuschussanträge beim Land (HU-Bau) erforderlich sind, stehen rund 620.000 Euro im Haushalt.
Das Schullandheim in Berschweiler wird mit 112.000 Euro für Einrichtungsgegenstände sowie die Erweiterung von Räumlichkeiten und Küche (Kühlhaus, Ausgabeküche) bedacht. Die Mittel fließen in die Erschließung neuer Versorgungsleitungen (Kanal, Wasser, Strom, Glasfaser). 20.000 Euro sind für die Ausstattung der Essenszubereitung für Kinder und Jugendliche, inklusive Haubenspülmaschine und weiterer Einrichtungsgegenstände für die Nachmittagsbetreuung vorgesehen.
Rathaus, Verwaltung und Bauhof: Auch in die eigenen Institutionen wird und muss gezielt investiert werden. In den Gemeindebauhof fließen in diesem Jahr 100.000 Euro für Fahrzeug-Ersatzbeschaffungen sowie weitere 30.000 Euro für größere Maschinen und technische Anlagen. Damit sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofs effizienter arbeiten können. Zudem sind 20.000 Euro für den Ankauf von Modulcontainern für Sanitär- und Umkleidezwecke vorgesehen. Die IT-Infrastruktur der Gemeinde wird mit weiteren 70.000 Euro gestärkt, um interne Verwaltungsprozesse zu modernisieren und optimieren. „Außerdem ist es uns ein wichtiges Anliegen, den Eingangsbereich unseres Rathauses barrierefrei zu gestalten und das Foyer zu digitalisieren. Hierfür sind rund 65.000 Euro eingeplant“, so Bürgermeister Volker Weber. Darüber hinaus sind für Maßnahmen zur Schallschutzertüchtigung sowie für die Außengestaltung des Rathauses weitere 35.000 Euro vorgesehen.
Dorfgemeinschaft: Die Gemeinde nimmt viel Geld in die Hand, um die Dorfgemeinschafts- und Vereinshäuser als lokale und soziale Begegnungsstätten zu stärken. In Urexweiler werden weitere 135.000 Euro (zur Ausfinanzierung aus Vorjahren) in den Umbau der ehemaligen Grundschule in ein neues Dorfgemeinschaftshaus bzw. ein Haus der Vereine und FGTS gesteckt (Gesamtkosten: rund 2,0 Millionen Euro). Ergänzend ist im Bereich der Wald- und Forstwirtschaft die Errichtung einer Holzhütte in Alsweiler vorgesehen. Sie soll als Informations- und Begegnungsort für Jung und Alt dienen. Für dieses Projekt sind 35.000 Euro im Haushalt eingeplant.
Tourismus: Der im Jahr 2023 angestoßene „touristische Masterplan“ der Gemeinde Marpingen wird auch im Jahr 2026 fortgeführt. Für den Einstieg in die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen stehen 5.000 Euro bereit. Darüber hinaus soll der Parkplatz „Biberpfad“ in Berschweiler saniert und mit einem kinderfreundlichen Eingangsportal erweitert werden. Für diese Maßnahme sind 30.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Weitere 20.000 Euro sind für die Planungskosten eines Festplatzes auf der Rheinstraße eingeplant. Auf Grundlage des bestehenden Radverkehrskonzeptes und der zugehörigen Maßnahmenliste ist die Umsetzung von mindestens einem Projekt vorgesehen. Hierfür stehen 20.000 Euro bereit. Für das Projekt „Klimapfad Alsweiler“ sind 20.000 Euro eingeplant. 40.000 Euro sind für das Projekt „Waldpädagogik-Box“ am Bergmannskreuz Marpingen für Fundamentarbeiten und die Energieversorgung vorgesehen.
Kultur: Auch das kulturelle Leben in der Gemeinde werden im Haushalt 2026 berücksichtigt. Die Vereinshäuser in Alsweiler und Marpingen werden mit insgesamt 2.000 Euro für neue Einrichtungsgegenstände bedacht.
Für Maßnahmen zur (Außen-)Verschattung für das Teilgebäude in Marpingen sind 30.000 Euro eingeplant. Darüber hinaus werden das Hiwwelhaus in Alsweiler und die Marienverehrungsstätte in Marpingen mit insgesamt 2.500 Euro für allgemeine, kleinere Sanierungsmaßnahmen sowie für neue Einrichtungsgegenstände berücksichtigt.
Kanalbau: Über den Wirtschaftsplan des kommunalen Abwasserwerkes investiert die Gemeinde zusätzlich rund 2,0 Millionen Euro die Sanierung und Verbesserung des Kanalnetzes.
Bürgermeister Volker Weber zum Haushalt 2026:
„Einen genehmigungsfähigen Haushaltsentwurf in der aktuellen Zeit aufzustellen, ist eine große Herausforderung. Mit diesem Haushalt wollen wir die Vielzahl von großen Projekten abschließen, weiter vorantreiben und gleichzeitig neue Vorhaben auf den Weg bringen. Im Rahmen des allgemeinen Kredites kann die Gemeinde eigentlich nur rund 720.000 Euro investieren; ansonsten sind nur sonderkreditfähige Maßnahmen umsetzbar. Angesichts stark gestiegener Bau- und Nebenkosten ist das keine sehr hohe Summe. Dank guter Förderzusagen und der Möglichkeit, wichtige Maßnahmen über sogenannte Sonderkredite abzuwickeln, investieren wir dennoch rund 6,4 Millionen Euro allein im Kernhaushalt. Hinzu kommen weitere 2,0 Millionen Euro im Abwasserwerk. Ein besonderer Dank gilt dem Team der Kämmerei, das mit viel Arbeit, Zeit und Engagement diesen Haushalt aufgestellt hat. Wir haben erneut bewiesen, dass wir als Team Lösungen finden, um die Zukunft unserer Gemeinde weiterhin positiv zu gestalten und nicht in einen Stillstand geraten.“
