Pressemitteilung vom Zweckverband eGo-Saar vom 29.01.26
Zweckverband eGo-Saar rollt Lösung bei 25 weiteren saarländischen Kommunen aus
Ab sofort werden in der Gemeinde Marpingen bei Fahrten des Bauamtes nicht mehr nur Grünflächen gepflegt, sondern gleichzeitig auch der Zustand der Straßen und Beschilderung automatisch kontrolliert. Möglich wird dies durch ein KI-gestütztes Straßenmanagementsystem, das im Rahmen eines gemeinsamen Projektes des Smart City Landkreises St. Wendel und des Zweckverbandes eGo-Saar entwickelt wurde. Der Zweckverband eGo-Saar übernahm die Projektleitung und Koordination und betreibt das System sicher auf seinen Servern. Die technische Konzeption, Planung und Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem August-Wilhelm Scheer Institut (AWSi), das eine Open-Source-Software entwickelte, die speziell an die Anforderungen der saarländischen Kommunen angepasst wurde. Innerhalb von nur vier Monaten konnte die Pilotierung in Marpingen realisiert werden. Nach der erfolgreichen Produktivsetzung wird das System nun sukzessive in 25 weiteren saarländischen Kommunen ausgerollt.
In kommunalen Fahrzeugen der Gemeinde Marpingen erfassen Smartphones während der alltäglichen Fahrten automatisch die Straßenzustände und Beschilderungen, inkl. Geolokalisation. Die KI-gestützte Software erfasst, klassifiziert und kartiert die erkannten Schäden, so dass Mängel wie Schlaglöcher, Risse oder fehlerhafte Beschilderung frühzeitig und kostengünstig erkannt werden können – ganz ohne zusätzliche Begehungen oder spezielle Lasermessungsverfahren. Aufwändige Strecken- bzw. Verkehrssicherungskontrollen können so größtenteils entfallen bzw. viel zielgerichteter durchgeführt werden.
Gleichzeitig profitieren die Bürgerinnen und Bürger von einer erhöhten Verkehrssicherheit, da notwendige Reparaturen einfacher erkannt und eingeplant werden können. Für die Kommunen bedeutet das System eine erhebliche Kostenersparnis, da Kontrollfahrten reduziert, Ressourcen besser eingesetzt und Maßnahmen nach Daten objektiv priorisiert werden können.
„Dieses Pilotprojekt zeigt, wie neue Technologien die Arbeit in unserer Gemeinde erleichtern können. Im Rahmen der Digitalisierung haben wir in den vergangenen Jahren bereits vieles angestoßen und umgesetzt. Für uns ist es selbstverständlich, diesen Weg konsequent weiterzugehen, sowohl in der Verwaltung als auch im Bauhof, dort wo digitale Lösungen sinnvoll eingesetzt werden können. Das hier vorgestellte System hilft uns, Schäden an Straßen und Verkehrsschildern systematisch zu erfassen und Instandhaltungsbedarfe transparent abzubilden. Die KI ist dabei ein hilfreiches Instrument, das die Arbeit unserer Mitarbeitenden erleichtert, Ressourcen effizienter einsetzt, Kosten spart und dazu beiträgt, die Verkehrssicherheit zu erhöhen“, so Bürgermeister Volker Weber.
Beim Projekt standen die Themen Datenschutz und digitale Souveränität von Anfang an im Fokus. Der Datenschutz ist voll gewährleistet, da keinerlei personenbezogene Daten übertragen werden: Fahrzeuge und Personen werden direkt bei der Aufnahme automatisch anonymisiert. Die erfassten Daten werden über Nacht sicher auf die Server des eGo-Saar übertragen und anschließend vollständig von den mobilen Geräten gelöscht. Die Verwendung einer Open-Source Software sowie die Speicherung auf den saarländischen Servern des eGo-Saar garantieren volle digitale Souveränität.
Darüber hinaus fördert der Open-Source-Ansatz die weitere Entwicklung der Lösung, betont Sandra Ehlen, Geschäftsführerin des August-Wilhelm Scheer Instituts:„Mit unserer Lösung eines offenen, KI-gestützten Straßenmanagementsystem können Schäden frühzeitig identifiziert, neue Straßen- und Infrastrukturkataster aufgebaut und die Daten direkt in kommunale Geoinformationssysteme integriert werden. Durch den Open-Source-Ansatz kann das System gemeinsam mit der Open-Source-Community kontinuierlich weiterentwickelt werden und leistet so einen nachhaltigen Beitrag zur Straßensicherheit – im Saarland und perspektivisch auch bundesweit.“
Das Projekt wurde im Rahmen der „Digitalisierungsoffensive Kommunen“ des Saarlandes sowie durch den Landkreis St. Wendel, im Rahmen der „Modellprojekte Smart Cities“ Förderung des Bundes unterstützt. Die Pilotierung dient dazu, einen funktionsfähigen Prototyp zu entwickeln, der nun Schritt für Schritt verbessert und noch bis 2027 für weitere Anwendungsmöglichkeiten wie etwa Prognosefunktionen, Grünschnitt- oder Abfalldetektion weiterentwickelt werden soll. Die gewonnen Daten könnten auch zu einem Schilderkataster zusammengeführt werden.
Zitat Landrat Udo Recktenwald: „Das Pilotprojekt fügt sich nahtlos in unsere Smart-Cities-Strategie ein, mit der wir das alltägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger einfacher, effizienter und smarter gestalten wollen. Dabei ist das Projekt der Straßenzustandserfassung auch ein schönes Beispiel dafür, wie Digitales und Analoges sinnvoll verbunden werden – zum Nutzen aller: der Verkehrsteilnehmer ebenso wie der Gemeindemitarbeiter, dessen Arbeitsalltag ohne Mehraufwand verbessert wird. Eben einfacher, effizienter und smarter.“
Ziel ist, ein einfach zu implementierendes und skalierbares System für die saarländischen Kommunen bereitzustellen. Nach der erfolgreichen Pilotierung wird die Software nach und nach in weiteren 25 Kommunen ausgerollt Die Lösung steht aber auch allen anderen saarländischen Kommunen zur Nachnutzung zur Verfügung.
„Mit unserem KI-gestützten Straßenmanagementsystem schaffen wir eine innovative Lösung mit vielen potentiellen Nutzungsmöglichkeiten für die Zukunft. Uns war dabei wichtig, dass das System datenschutzkonform, digital souverän und für alle saarländischen Kommunen leicht nutzbar ist. Damit setzen wir einen wichtigen Meilenstein für eine moderne, effiziente und gemeinschaftliche digitale Infrastruktur im Saarland. Zudem freut es uns sehr, dass wir hiermit bereits das dritte KI-Projekt erfolgreich produktiv gesetzt haben,“ hebt Stephan Thul, Geschäftsführer des Zweckverbandes eGo-Saar, hervor.
